Grippe oder Erkältung? So erkennst Du den Unterschied

Beratungsgespräch am Tresen von Axels Apotheke in Berlin-Kreuzberg

Wenn im Januar in der U6 zwischen Kochstraße und Hallesches Tor jeder Zweite hustet, kommen die Fragen am Tresen: „Ist das noch eine Erkältung, oder hab ich die Grippe?“ Die Antwort ist oft schneller klar, als Du denkst. Der Unterschied liegt weniger in den einzelnen Symptomen als darin, wie es anfängt und wie hart es Dich trifft.

Der wichtigste Unterschied: der Anfang

Eine Erkältung schleicht sich an. Erst kratzt der Hals, am nächsten Tag läuft die Nase, dann kommt der Husten dazu. Du fühlst Dich matt, kannst aber meistens noch arbeiten. Die echte Grippe, die Influenza, kommt dagegen wie ein Schlag. Viele können die Stunde nennen, in der es losging. Hohes Fieber, oft über 39 Grad, starke Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten und eine Erschöpfung, bei der Du schon beim Aufstehen merkst: Heute geht nichts.

Symptome im Vergleich

Fieber: Bei der Erkältung fehlt es oder bleibt niedrig. Bei der Grippe ist es hoch und kommt schnell.

Schnupfen und Halsweh: Typisch für die Erkältung. Bei der Grippe können sie fehlen oder stehen nicht im Vordergrund.

Glieder- und Muskelschmerzen: Bei der Erkältung leicht. Bei der Grippe stark, oft im ganzen Körper.

Erschöpfung: Bei der Erkältung ein paar Tage. Bei der Grippe oft zwei Wochen und länger, auch wenn das Fieber schon weg ist.

Dauer: Eine Erkältung ist meist nach einer Woche durch. Die Grippe braucht ein bis zwei Wochen, die Schwäche hält manchmal noch länger an.

Warum die Unterscheidung wichtig ist

Eine Erkältung wird von über 200 verschiedenen Viren ausgelöst und ist lästig, aber selten gefährlich. Die Influenza ist eine ernsthafte Erkrankung. Sie kann Lungenentzündungen und Herzprobleme nach sich ziehen, vor allem bei älteren Menschen, Schwangeren und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Für diese Gruppen gibt es antivirale Medikamente, die aber nur in den ersten Tagen wirken. Deshalb zählt bei Grippeverdacht der schnelle Gang in die Praxis.

Auch für Dein Umfeld macht es einen Unterschied. Mit einer Grippe bleibst Du besser zu Hause, bis das Fieber mindestens einen Tag weg ist, statt die Kollegen und die halbe U6 anzustecken.

Antibiotika helfen übrigens weder gegen Erkältung noch gegen Grippe. Beides sind Viruserkrankungen. Wer uns nach „etwas Stärkerem“ fragt, bekommt diese Antwort von uns ehrlich.

Was Du bei einer Erkältung selbst tun kannst

Viel trinken, schlafen, die Heizung nicht auf Anschlag und Geduld. Gegen die verstopfte Nase helfen Salzwasser-Nasensprays beliebig lange, abschwellende Sprays dagegen nur für wenige Tage, sonst gewöhnt sich die Schleimhaut daran. Bei Halsweh lindern Lutschtabletten, bei Husten kommt es darauf an, ob er trocken oder verschleimt ist. Für beides gibt es unterschiedliche Mittel, und wir sagen Dir am Tresen, welches zu Deinem Husten passt.

Wenn Du Dauermedikamente nimmst, frag uns, bevor Du zum Erkältungsmittel greifst. Manche Kombipräparate vertragen sich nicht mit Blutdruckmitteln oder Antidepressiva.

Wann Du zum Arzt solltest

Fieber, das länger als drei Tage bleibt oder nach Besserung wieder steigt. Atemnot oder Schmerzen beim Atmen. Starke Kopfschmerzen mit Nackensteife. Wenn Du zu einer Risikogruppe gehörst oder ein Baby unter einem Jahr krank ist. In all diesen Fällen ist die Praxis der richtige Ort, nicht die Apotheke. Wir sagen Dir das auch, wenn Du mit so etwas bei uns stehst.

Vorbeugen für den nächsten Winter

Gegen die Erkältung gibt es keine Impfung. Gegen die Grippe schon, und Du kannst sie bei uns bekommen. Was wir sonst noch im Winter für Dich tun, vom Erkältungsmittel bis zur Impfung, findest Du auf der Übersicht unserer Leistungen.

Dein nächster Schritt

Beschreib uns am Tresen, wie es angefangen hat und was Du spürst. Daraus hören wir meistens schon heraus, ob es eine Erkältung ist oder ob Du besser in die Praxis gehst. Rudi-Dutschke-Straße 8, Ecke Markgrafenstraße. Und wenn Du zu krank bist, um zu kommen, ruf an: 030 25 76 78 20.

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