„Gürtelrose hatte meine Mutter. Das möchte ich nicht.“ Diesen Satz hören wir in letzter Zeit oft. Wer einmal gesehen hat, wie ein Angehöriger wochenlang mit brennenden Schmerzen kämpft, will das Risiko nicht eingehen. Die gute Nachricht: Gegen Gürtelrose gibt es eine Impfung, und die gesetzlichen Kassen übernehmen sie, wenn die Empfehlung auf Dich zutrifft.
Was Gürtelrose überhaupt ist
Gürtelrose wird vom selben Virus ausgelöst wie Windpocken. Wer als Kind Windpocken hatte, trägt das Virus ein Leben lang in sich. Es schläft in den Nervenknoten und kann irgendwann wieder aktiv werden. Dann wandert es entlang eines Nervs an die Hautoberfläche. Typisch ist ein einseitiger Ausschlag mit Bläschen, oft am Rumpf wie ein halber Gürtel, manchmal auch im Gesicht.
Das eigentliche Problem sind die Schmerzen. Sie beginnen oft schon vor dem Ausschlag und können nach dem Abheilen bleiben. Bei manchen Menschen dauern diese Nervenschmerzen Monate. Je älter Du bist, desto wahrscheinlicher wird das. Genau deshalb lohnt sich die Vorbeugung.
Etwa jeder dritte Mensch bekommt im Laufe des Lebens einmal Gürtelrose. Mit dem Alter lässt die Abwehr gegen das schlafende Virus nach. Auch Stress oder eine andere Erkrankung können der Auslöser sein. Ansteckend ist Gürtelrose nur für Menschen, die noch nie Windpocken hatten, und auch dann nur über den Inhalt der Bläschen.
Ab wann die Impfung empfohlen wird
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Gürtelrose-Impfung allen Menschen ab 60 Jahren. Wer eine chronische Grunderkrankung hat, bekommt die Empfehlung schon ab 50. Dazu zählen zum Beispiel Diabetes, Rheuma, Asthma, COPD, chronische Nierenerkrankungen und alles, was das Immunsystem schwächt, etwa eine Therapie mit Kortison oder Medikamenten nach einer Transplantation.
Im Ärztehaus gegenüber von uns sitzen Praxen, deren Patienten oft genau in diese Gruppe fallen. Wenn Du dort behandelt wirst und über 50 bist, frag beim nächsten Besuch bei uns nach, ob die Impfung für Dich infrage kommt. Wir schauen gemeinsam auf Dein Alter und Deine Diagnosen.
Zwei Dosen, ein paar Monate Abstand
Die Gürtelrose-Impfung besteht aus zwei Spritzen. Die zweite folgt zwei bis sechs Monate nach der ersten. Erst mit beiden Dosen ist der Schutz vollständig. Der verwendete Impfstoff ist ein Totimpfstoff mit einem Wirkverstärker. Er enthält keine lebenden Viren und kann deshalb keine Gürtelrose auslösen.
Der Schutz hält nach heutigem Wissen viele Jahre. Eine Auffrischung ist derzeit nicht vorgesehen. Auch wer schon einmal Gürtelrose hatte, kann sich impfen lassen, sobald die Erkrankung ausgeheilt ist. Eine zweite Gürtelrose ist nämlich möglich.
Was Du nach der Impfung spüren kannst
Hier sind wir ehrlich: Die Gürtelrose-Impfung spürt man häufiger als die Grippeimpfung. Der Arm kann ein bis drei Tage wehtun, viele fühlen sich am Tag danach müde, manche haben Kopf- oder Muskelschmerzen oder leichtes Fieber. Das klingt nach ein paar Tagen ab. Wenn Du einen wichtigen Termin hast, leg die Impfung nicht auf den Tag davor.
Diese Reaktion zeigt, dass Dein Immunsystem arbeitet. Sie ist kein Grund, die zweite Dosis ausfallen zu lassen. Falls Du nach der ersten Spritze Bedenken hast, sprich uns an, bevor Du den zweiten Termin absagst.
Gürtelrose-Impfung bei uns in Kreuzberg
Du kannst die Impfung bei uns in der Apotheke bekommen. Bring Deine Versichertenkarte und Deinen Impfpass mit. Wir klären vorher kurz, ob Du gerade fieberhaft erkrankt bist oder ob es andere Gründe gibt, die Impfung zu verschieben. Die zweite Dosis tragen wir mit Dir gleich ein, damit der Abstand stimmt. Wenn Du magst, erinnern wir Dich an den Termin.
Welche Impfungen wir sonst noch anbieten, zum Beispiel gegen Grippe, COVID-19 und RSV, steht auf unserer Seite Impfungen.
Dein nächster Schritt
Bist Du über 60, oder über 50 mit einer chronischen Erkrankung? Dann komm vorbei, Rudi-Dutschke-Straße 8. Wir prüfen mit Dir, ob die Impfung für Dich empfohlen ist und ob Deine Kasse sie übernimmt. Wenn alles passt, vereinbaren wir direkt den Termin für die erste Dosis.



